Verbinden,
was gebrochen ist

Von Pyar

Satsang mit Pyar

Ich wurde 1960 in Oberbayern geboren. Meine Familie war bayerisch-jüdisch und meine Kindheit – wie so üblich – nicht ganz einfach. 

Nach einem kurzen Ausflug in das Foto­inge­nieurwesen entschloss ich mich mit 

20 Jahren, Ärztin zu werden. Diesen Beruf und diese Berufung übe ich bis heute – spezialisiert auf Homöopathie und Akupunktur – mit großer Freude aus. Inzwischen allerdings zeitlich recht eingeschränkt, da ich seit 15 Jahren an vielen Plätzen im deutschsprachigen Raum Satsang und Retreats abhalte und daher viel auf Reisen bin. Die Intention zu heilen, ganz werden zu lassen, zu verbinden, was gebrochen ist oder gebrochen scheint, durchzieht auch meine Arbeit im Satsang. Nicht umsonst sind heil und heilig ein Wort. 


Ohne Erreichen, ohne Ende

Ja, es gibt in meiner Biographie tatsächlich einen genau definierbaren Punkt, an dem mir die Wahrheit der Wirklichkeit aufschien in einer unbeschreiblichen Klarheit und Endgültigkeit. Und ja, es gibt tatsächlich ein klar unterscheidbares Davor und Danach. Denn von diesem gnadenreichen Punkt her strahlen seither unverändert Klarheit, Liebe und grundlose Freude in dieses Leben. 

Und ja, es gab einen Weg bis zu diesem Punkt, und es gibt Gehen auch seither und sicherlich solange ich lebe, denn trotz dieses Wendepunktes gibt es kein Erreichen, kein Ende, gibt es ganz sicher nie ein »Jetzt weiß ich alles« oder »Jetzt kann ich alles« oder »Jetzt kann mir nichts mehr geschehen«. 


Ent-Wicklung

Das Wunder, das ich immer wieder staunend erfahre, ist, dass diese freudige Klarheit tat­sächlich immer weiter strahlt in guten und in schlechten Zeiten, und ich kenne beides, auch aus den letzten 15 Jahren. Ich erfuhr in diesen Jahren Verliebtheit und Trennungsschmerz, Freude und Trauer, auch Verzweiflung, Angst und Verzagtheit, und zugleich blieb immer das. Zugleich blieb immer das Erfahren unserer Verbundenheit in Indras Netz. Mein Lernen und meine Ent-Wicklung als Mensch gehen weiter. 

Diese Entwicklung jedes einzelnen von uns als Mensch halte ich für mindestens so wichtig wie das, was man Erleuchtung nennt. Dazu gehören Mut, Integration, Überprüfung, Lernen von sozialer und emotionaler Intelligenz, oft auch Aufarbeitung alter Verletzungen, und vor allem die Bereitschaft, jede Erkenntnis ins Leben zu tragen und dort zu erproben. 


Mensch und Buddha

Im Satsang bin ich voller Freude mit Menschen von 1 bis 95 Jahren aus allen Berufsgruppen und vor allem aus allen spirituellen Traditionen zusammen. Manche von ihnen begleiten mich schon seit mehr als zehn Jahren, manche erst seit drei Tagen. So sind wir eine sehr vielfältige Versammlung, die sich trifft und begegnet in der Ausrichtung auf die grundlegende Gutheit in uns allen. Im Raum dieser Ausrichtung ist eine tiefe Begegnung des Menschen mit dem Menschen und des Menschen mit dem Buddha möglich, die Wunder wirkt. Und dabei gibt es nicht nur gute Zeiten, sondern auch Konfrontationen, auch Schmerzliches, um dann immer wieder und wieder staunend festzustellen: Die Liebe ist größer, oder wie die Muslime sagen: Gott ist größer. 


Spirituelle Traditionen

Mein wichtigster Lehrer und Guru war und ist Osho. So ist es kein Wunder, dass es mir so wie ihm auch ein großes Anliegen ist, die Wahrheit immer wieder aus neuen Perspektiven zu betrachten und möglichst viele der unzähligen Tore zur Wahrheit zu durchschreiten, wie es im Bodhisattva-Gelübde heißt. Daher arbeite ich im Satsang häufig mit Texten aus den unterschiedlichsten spirituellen Traditionen der Menschheit. Wir rücken auf diesem Planeten immer näher zusammen. Für unser – wie ich hoffe – immer friedlicheres Zusammenleben müssen wir uns verstehen, dafür ist das gegenseitige Verstehen unserer spirituellen Traditionen unabdingbar.

 

www.pyar.de


Pyar Troll-Rauch

Pyar Troll-Rauch wurde 1960 als Franziska Reiter in Oberbayern geboren. Sie studierte Medizin, promovierte und arbeitet seit vielen Jahren als praktische Ärztin mit dem Schwerpunkt Homöopathie und Akupunk­tur in eigener Praxis. 1990 traf sie auf Osho, danach auf Samarpan. Seit 1999 gibt sie Satsang. pyar@gmx.de